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25 Jahre Mauerfall – Ein Rückblick auf die Außenseiter der DDR – Ausreiseantrag

Göttingen – »Anders sein. Außenseiter in der DDR« ist eine Themenreihe, die sich eine kleine Gruppe des Beruflichen Gymnasiums, kurz BGT, zur Aufgabe gemacht hat. Wir wollen hier kleine Artikel zu folgenden Themen veröffentlichen:

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Unser heutiger Artikel berichtet über:

Die Schikanen, die ein Ausreisesuchender über sich ergehen lassen musste

Am 25. November 2014 wurde es den Schülern der BBS II zum vierten Mal ermöglicht, anhand eines Vortrags, sich Bärbel Großes Geschichte vor Augen zu führen.

Frau Große erzählte sehr detailliert mit kleinen Einblicken aus ihren Stasi-Akten ihr Leben und wie es zu Ihrer Inhaftierung kam. Dabei erzählte sie sehr eindrucksvoll von ihren Erfahrungen mit der Staatssicherheit, die sie des Öfteren aufsuchte.

2014-25 Jahrfeier in Berlin, Bärbel ganz rechts

2014-25 Jahrfeier in Berlin, Bärbel ganz rechts

Frau Große entschied sich mit ihrer Familie einen Ausreiseantrag zu stellen. Nachdem sie zum einen westdeutsche bzw. holländische Freunde gewonnen hatte, die die Buchmesse in Leipzig besuchten und zum anderen verhindern wollte, dass ihr Sohn eines Tages an der Innerdeutschen Grenze stehen müsse und auf „Deutsche“, die fliehen wollen, schießen muss.

In den 70iger Jahren stellte sie daher für ihre ganze Familie zum ersten Mal einen Ausreiseantrag. Ab da fingen die Schikanen ihr und ihrer Familie gegenüber an. Anfang der 80iger Jahre wurde Bärbel Große mit ihren Freundinnen verhaftet, die ebenfalls aus der DDR ausreisen wollte. Sie kamen gerade von den Behörden aus Prag zurück. Jede musste nun für sich allein, die Vernehmungen und Haftzeit überstehen. Interessanterweise wurden die Familien nicht inhaftiert. Frau Bärbel Große bekam die längste Haftzeit, da ihre Schreibmaschine für alle Beteiligten zur Ausführung einer Straftat benutzt wurde. Die Ausstellung der Anträge und erstellen von diversen Schreiben erfolgte eben auf dieser Maschine. Bärbel war mehr als neun Monate von ihrer Familie getrennt.

Die STASI versuchte einen Keil zwischen Bärbel, Ehemann und Kinder zu schieben und machte sie schlecht. Das DDR-Regime zog alle Register um zu verhindern, dass die ganze Familie, die DDR weiterhin verlassen wollte.

Frau Bärbel Große kam nach monatelanger Untersuchungshaft in das Frauengefängnis Hoheneck. Diese Zeit war für Bärbel die schlimmste. Sie saß in einer Gemeinschaftszelle mit 12 Kindesmörderinnen und nur sechs “politisch Gefangenen”, wie Republikflüchtlinge oder Ausreisewillige genannt wurden. Sehr eindrucksvoll schilderte sie die wochenlange Pflege von “Ilse”, die uns unter die Haut ging…

”Wie können Menschen, Menschen das antun?”

– diese Frage beschäftigte wohl gerade in dieser Phase ihrer Erzählung jeden….

Interessant war auch, dass Bärbel uns erzählte, dass es in der DDR angeblich keine Kindesmörder, keine Nazis, keine Behinderten und auch keine Homosexuellen gegeben habe. Wie konnte es also sein, dass gerade in Hoheneck solche Gruppen neben den politischen Gefangenen, die die DDR nur verlassen wollten oder für ihre Rechte eingetreten waren, in Haft saßen. Das DDR-Regime „log“ um seine Bevölkerung über viele Missstände hinweg zu täuschen.

Sehr emotional wurden ihre Erzählungen, als es endlich Richtung Westen ging. Mit  einem “Westbus” wurden auch andere politische Flüchtlinge über die Grenze gebracht. Während sie die Grenzen überquerten  hörten sie einen Hit von Udo Jürgens mit dem Titel “Alles im Griff”. Auffällig war hier, dass alle politischen Flüchtlinge und Ausreisewilligen vom gleichen Rechtsanwalt Dr. Vogel sprachen, der den Transport in den Westen zum einen begleitete und immer für alle Flüchtlinge und politisch Inhaftierten zuständig war.

Bärbel Große in der Mediothek der BBS II Göttingen 2014

Bärbel Große in der Mediothek der BBS II Göttingen 2014

Es dauerte nun noch gut fünf Monate bis Frau Große ihre Familie, ihren Mann und ihre zwei Kinder im Westen in Empfang nehmen konnte. Frau Große ist sich sicher:

“Es hat sich jeder Tag gelohnt, vor dem Mauerfall im Westen zu sein und dort leben zu dürfen. Ich hatte fünf Jahre Vorsprung! Die Freiheit eines jeden, ist das höchste Gut und sie ist nur in einer Demokratie möglich!” (Bärbel Große)

Lena, Helene, Johannes und Hauke

25 Jahre Mauerfall – Ein Rückblick auf die Außenseiter der DDR – Punk in der DDR

Göttingen 2015 – »Anders sein. Außenseiter in der DDR« ist eine Themenreihe, die sich eine kleine Gruppe des Beruflichen Gymnasiums, kurz BGT zur Aufgabe gemacht hat. Wir wollen hier kleine Artikel zu folgenden Themen veröffentlichen:

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Unser heutiger Artikel berichtet über:

Punk in der DDR

Punk hat sich 1976 in England entwickelt. Mit einer kleinen Verzögerung von zwei Jahren fand er seinen Weg allerdings relativ schnell nach Deutschland.

So kam es, dass es schon 1978 die ersten Punks in der DDR gab. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch nur ein paar kleinere Cliquen in Berlin. Dresden, Halle und Leipzig wurden später weitere Zentren der Punkszene. Gegen Ende der DDR wechselte das Epizentrum der Punkszene von Berlin nach Potsdam.

Foto : toomuchfuture; Punker

Foto : toomuchfuture; Punker

Während der Punk im Westen eine popkuluturelle Bewegung mit politischem Hintergrund war, war sie in der DDR eine politische Bewegung mit popkuluterellem Hintergrund. Der Punk war die Reaktion auf eine durchgeplante Gesellschaft, in der es selbst an elementarsten Grundfreiheiten fehlte. Der Punk war ein Weg, sich als Individuum in einer vereinheitlichten Gesellschaft wahrzunehmen. Ein Akt des Widerstandes gegen eine zwangskollektivierte Gesellschaft.

Punks waren schon immer eine Minderheit. Besonders in der DDR war dies problematisch, da es dort besonders wenige von ihnen gab und sie besonders stark angefeindet wurden. Auseinandersetzungen mit anderen Bewegungen, wie zum Beispiel Skinheads, waren nichts Ungewöhnliches. Diese Konflikte konnten aber auch ohne weiteres mit normalen Bürgern entstehen. Durch diese „Wir gegen den Rest der Welt“ – Mentalität entstand ein besonders starker Zusammenhalt. Einer für alle, alle für einen war das vorherrschende Motto. Dieser Zusammenhalt beschützte die Mitglieder der Szene vor Übergriffen, ließ sie aber auch selbst zu Tätern werden.

Foto : toomuchfuture

Foto : toomuchfuture

Während die Zahl der Punks in der DDR bis 1980 sehr gering blieb, stieg die Zahl zwischen 1980 und 1983 stark an. 1983 gab es ca. 900 Punks in der DDR. 400 davon alleine in Berlin. Mit diesem Wachstum begann auch die erste große Verfolgungswelle, welche von der K1 durchgeführt wurde. Die K1 war eine Politische Abteilung die direkt dem „Ministerium für Staatsicherheit“ (MfS) unterstellt war.

Auch wurde die Szene durch den großen Zuwachs elitärer. Das Szenebewusstsein wurde immer wichtiger und unter den Reihen der Neuzugänge wurde kräftig aussortiert. Wer nicht glaubwürdig vermitteln konnte, dass er den Punk auch wirklich lebt, nicht radikal genug war oder seine Klamotten einfach nicht ins Bild der älteren passten wurde seiner Punker-Kleidung beraubt und nach Hause geschickt. Auch verließ 1983 ein großer Teil die Szene und orientierte sich in eine rechtsextreme Richtung, da diese ebenfalls von einem anarchischen Weltbild geprägt war und weniger von der MfS verfolgt wurde.

Wurden zu Beginn der Bewegung noch alle Punks gleichmäßig von der Polizei mit Maßnahmen, wie Personenkontrollen oder Hausdurchsuchungen, drangsaliert, so konzentrierten sich die Maßnahmen mit Beginn der ersten Verfolgungswelle 1983 auf die Urpunks. Jüngere Punks, also die neue Generation, wurde größtenteils in Frieden gelassen, auch wenn sie stets damit rechnen mussten, auf der Straße angehalten zu werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Urpunks durch ihre politische Motivation, gegen den vorgeschriebenen Lebensablauf durch den Staat zu Punks geworden sind und sich damit öffentlich gegen das System stellten. Die neue Generation hat Punk wie im Westen als eine Popkultur behandelt. Besonders junge Punker konnten gut als „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM) angeheuert werden, um die Szene zu untergraben. Sie wurden mit Zigaretten, Geld oder Schallplatten bezahlt. Auch setzte das MfS Falschinformationen über nichtexistente IM in die Welt um die Szene von innen zu zersetzen. Besonders in der Musikbranche war es einfach, IM aus den Reihen der Punks anzuheuern. Auf diesem Weg wurde so gut wie jede Punkband der DDR von IM unterwandert. Der bekannteste IM in der Punkerszene war wahrscheinlich Sascha Anderson, der ehemalige Sänger der Band Zwitschermaschine. 1983 veröffentlichte er mit seiner Band und Schleim-Keim, einer anderen Punkband, das Album „DDR von unten“, welches als erstes Punkalbum der DDR gilt. Aufgrund verfassungswidriger Texte wurde Schleim-Keim zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, auch um ein Exempel zu statuieren. Zwitschermaschine blieb auf Grund von Andersons Aktivitäten als IM verschont. 

Foto : toomuchfuture

Foto : toomuchfuture

Um beliebig Punker festnehmen und über mehrere Tage ohne Anklage festhalten zu können, wurde der § 220 des Strafgesetzbuches („Öffentliche Herabwürdigung der staatlichen Ordnung“) 1979 eingeführt. Als Herabwürdigung der staatlichen Ordnung galt schon die Kleidung der Punker. Wurden Punker ohne Anzeige festgehalten, galten sie als Nichtinhaftiert wurden verhört, eingeschüchtert und es wurde meistens versucht sie als IM anzuwerben. Die Höchststrafe im Falle einer Anklage konnte mit bis zu zwei Jahren Haft ausfallen. Damit riskierte jeder Punk seine Freiheit, wenn er nur auf die Straße ging. Trotzdem stieg die Zahl der Punks in der DDR nach 1983 weiter an. Mit Maßnahmen wie Arbeitsentzug, Verhaftungen oder Gaststättenverbot wurde die Urpunkszene von 1983 auf 1984 gezielt zerschlagen.

Aus der kleinen zusammenhaltenden Szene wurde eine lose agierende Bewegung. Auch wurde die Szene wieder weniger elitär. Sie öffnete sich und wurde zu einer Spaß- und Freiheitsbewegung.

Es konnte mitmachen wer wollte. Ab 1986 wurde die Musik sogar vom Staat toleriert und auch die FDJ begann, Punkkonzerte zu veranstalten. Während der junge Punk immer mehr toleriert wurde, litten die Urpunks immer noch unter einer starken Verfolgung. Sie lehnten diese neue Bewegung daher ab und nannten sie geringschätzig „FDJ-Punks“.

Nach dem Mauerfall löste sich dir Punkbewegung im Osten fast komplett auf. Sie war gegen Ende der DDR schon auf ca. 600 Punks geschrumpft, während die Skinheadszene noch vor der Wende auf über 1000 Mitglieder anstieg. Viele Punks schlossen sich diese aufstrebenden Jugendbewegung an und tauschten, wie schon 1983, ihre linken Ideale gegen rechte. Es gingen auch viele in den Westen, wo die Szene sich mehr entfaltet hatte. Aber viele der Urpunks kamen dort nicht zurecht. Sie fühlten sich wie pensionierte Krieger. Auch so gut wie alle Punkbands lösten sich auf, da der Bedarf an ihnen aufgrund der großen Westkonkurrenz einfach nicht mehr vorhanden war.

Torben

Quellen

http://www.toomuchfuture.de/

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/156076/index.html

http://www.jugendopposition.de/index.php?id=1952

http://de.wikipedia.org/wiki/Punk_in_der_DDR

too much future

Bilder sind von toomuchfuture.de übernommen worden. Es liegt der Schule eine Genehmigung für diesen Artikel vor.

25 Jahre Mauerfall – Ein Rückblick auf die Außenseiter der DDR – REPUBLIKFLUCHT

Göttingen 2014 – »Anders sein. Außenseiter in der DDR« ist eine Themenreihe, die sich eine kleine Gruppe des Beruflichen Gymnasiums, kurz BGT, zur Aufgabe gemacht hat. Wir wollen hier kleine Artikel zu folgenden Themen veröffentlichen:

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Ikarus – Michael Schlosser

Am 28. November 2014 wurde es den Schülern der BBS II zum zweiten Mal ermöglicht, anhand eines Vortrags, sich Michael Schlossers Geschichte vor Augen zu führen. Zur Vorbereitung auf diesen Vortrag wurde bereits geraume Zeit vor dem Vortrag der vierte Nachbau seines „Flugzeugs“ ausgestellt.

Mediothek-Schlosser

BBS II Göttingen – Mediothek – das ausgestellte Flugzeug und die Biographie von Michael Schlosser

Der Vortrag begann mit einem Film, welcher in 30 Minuten Michael Schlossers Geschichte erzählte. Michael Schlossers Leben beginnt 1944 in Triptis in Thüringen. Er wächst unter normalbürgerlichen DDR Verhältnissen auf. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung zum Kfz-Schlosser und ersten Berufserfahrungen bei der NVA in diesem Bereich, wollte Michael Schlosser sich als KFZ-Mechaniker mit eigener Werkstatt selbstständig machen. Jedoch bekam er nie einen Gewerbeschein, da die Regierung dies nicht für nötig hielt. Sie vermittelten ihm 1976 eine Tätigkeit als Fuhrparkleiter beim DDR-Fernsehen. Dies soll sich im weiteren Verlauf der Geschichte noch als hilfreich für sein Vorhaben erweisen. Hier setzt der Film an.
Als Schlosser während seines Urlaubs in Ungern einen Radioaufruf hört, packt ihn der Ehrgeiz. Er will mit einem selbstgebauten Flugobjekt auf dem Axel-Springer-Gebäude in Westberlin landen, und 1.000.000 DM Preisgeld kassieren. Fasziniert von dieser Idee machte er erste Pläne. Zur Umsetzung dieser Pläne diente ein Schuppen, den er als „Hühnerstall“ bezeichnete. Zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen. Trotz all der Bemühungen wurde Schlosser von einem Arbeitskollegen, der speziell auf ihn angesetzt wurde, kurz bevor er Republikflucht begehen wollte, verraten.
Interessanterweise ist es Michael Schlosser gelungen sein Flugobjekt noch in der DDR zu testen, so dass er wusste, dass sein Eigenbau fliegen und ihn über die Grenze bringen würde. Bei seinem ersten und einzigen Flugversuch kam ihm zugute, dass er Fuhrparkleiter war und so sein Flugzeug zur Teststrecke in der Nähe einer russischen Kaserne bringen konnte. Eine russische Patrouille erwischte ihn beim entladen des Fluggerätes. Schlosser sagte, dass er vom Fernsehen sei und das Fluggerät testen solle, so halfen ihm die Russen beim be- und entladen.
Nachdem Verrat wurde Schlosser zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Vor Ablauf seiner Haftdauer wurde er von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft. Michael Schlosser lebt heute wieder im Raum Dresden. Da sein Originalfluggerät nicht auffindbar ist, baute er bisher vier Nachbildungen.
Dieser bewegende und ehrgeizige Fluchtversuch ist nur einer von vielen.

Lena, Helene und Johannes

25 Jahre Mauerfall – Ein Rückblick auf die Außenseiter der DDR

Göttingen 2014 – »Anders sein. Außenseiter in der DDR« ist eine Themenreihe, die sich eine kleine Gruppe des Beruflichen Gymnasiums, kurz BGT, zur Aufgabe gemacht hat. Wir wollen hier kleine Artikel zu folgenden Themen veröffentlichen:

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Unser heutiger Artikel berichtet von:

25 Jahre Mauerfall – Ein Rückblick auf die Außenseiter der DDR

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, die Deutschland mehr als 26 Jahre in Ost und West geteilt hatte. Noch heute, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands, wird dieses historische Ereignis gefeiert.

Die DDR, die Deutsche demokratische Republik, existierte von 1949 bis 1990 als sozialistischer Staat und erstreckte sich über die östliche Seite Deutschlands von Rügen bis zum Vogtland. Die knapp 1400 km lange, innerdeutsche Grenze trennte die Deutsche demokratische Republik von 1961 bis 1989 von der Bundesrepublik Deutschland.

Am 9. November 1989 wurden die Grenzübergänge aufgrund der Freiheit fordernden DDR-Bürger geöffnet. Gründe hierfür waren auch die „Republikflüchtlinge“ großer Bevölkerungsteile und die hohe Verschuldung des Staates, kurzum: „die DDR war Pleite!“. Auslöser hierfür war die Neuauflage des Reisegesetztes, welches besagte, das die DDR-Bürger ständig Ausreisen konnten.

Im Folgenden soll es nicht um 25-Jahre Mauerfall und die DDR im speziellen gehen. Wir wollen über Außenseiter in der DDR berichten zu denen politische Flüchtlinge, Ausreisende, Homosexuelle und Punker gehörten. Die letzte Gruppe die Punker waren verboten, weil sie sich gegen den DDR-Staat und seine Verbote auflehnten. Alle gemein war der Wunsch nach „Freiheit“, für das sie viel Leid erfahren mussten. Wir berichten über diese Menschen, Wie es ihnen erging und wie die DDR-Zeiten für sie waren.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 2010

25 Jahre Mauerfall – Quelle: Süddeutsche Zeitung 2010

Lena

Jugendopposition in der DDR

 

„Warum das Eintreten für mehr Demokratie ins Zuchthaus führte“

Die Berufsbildenden Schulen II Göttingen laden zur Auseinandersetzung mit unserer Zeitgeschichte mit der Plakatausstellung „Jugendopposition in der DDR“ in die Mediothek der Schule (Godehardstr. 11, 37081 Göttingen) ein. Plakate zur Geschichte der Jugendopposition in der DDR werden bis Ende November in der Mediothek der Schule ausgestellt. Sie sind dort auch für die Öffentlichkeit während der Schulzeit von Montag bis Freitag in der Zeit 08:00 – 14:00 Uhr zugänglich.

Auf 20 Plakaten, angesiedelt im Zeitraum von den Nachkriegsjahren bis zur Freiheitsrevolution 1989, werden Biografien von Widerständlern erzählt. Die Autoren Stefanie Wahl und Tom Sello stellen diese so prägnant dar, dass Schüler und Besucher sich mit ihnen identifizieren können. Jugendlichen fällt es heute häufig schwer sich vorzustellen, wofür Menschen in der DDR auf die Straße gingen bzw. das Glück, in Freiheit zu leben, wertzuschätzen. Welche Dramatik in den Fällen steckt, bleibt 24 Jahre nach dem Mauerfall ergreifend. Ein Ziel der Ausstellung ist, durch die Dokumentation der Schicksale Schülerinnen und Schüler aufzurütteln, sich mehr für Demokratie und Freiheit einzusetzen. „Die Opposition gegen Diktatur haben viele mit dem Leben oder mit langen Jahren Haft bezahlt“, betonte Dr. Hans-Jürgen Grasemann bei seinem letzten Besuch in den BBS II Göttingen. Aber heute werde wenig Interesse oder Anerkennung dafür gezeigt, da die Demokratie und unser Leben Gewohnheit geworden ist. Herr Dr. Grasemann, Oberstaatsanwalt a.D. und stellvertretender Leiter der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter, steht am 07.11. sowie Michael Schlosser, der ein selbstgebautes Flugobjekt zur Flucht nutzen wollte und verraten wurde, am 19.11.2013 für Zeitzeugengespräche zur Verfügung. Am 07.11. ergänzt der Film „Tod dem Verräter“ von Heribert Schwan ab 09:45 Uhr das Programm.

Der Eintritt ist frei!

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte – Anmeldung erwünscht unter: 0551 – 4961-6

Gesamtprogramm der Ausstellung

Ausstellungsdauer vom 04.11. – 30.11.2013 in der Mediothek
Jugendopposition in der DDR

07.11.2013

09:45 bis 10:45 Uhr: Film „Tod dem Verräter“, Heribert Schwan, Dokumentation des Falls des Fußballers Lutz Eigendorf durch Herrn Dr. Grasemann, anschließend Zeitzeugengespräch
11:30 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Herrn Dr. Grasemann – Herr Grasemann berichtet und erzählt über einzelne Persönlichkeiten der Plakatausstellung und was sie auszeichnen. Außerdem steht er für Fragen zum Thema: Stasi, Flucht, Rechtsstaat und Unrechtsstaat zur Verfügung!
Lutz Eigendorf im DDR Trikot vor seiner Flucht in den Westen. - Sein Alfa Romeo nach dem mysteriösen Unfall 1983 und Dr. H.-J. Grasemann der über diesen Fall berichtet
Lutz Eigendorf im DDR Trikot vor seiner Flucht in den Westen. – Sein Alfa Romeo nach dem mysteriösen Unfall 1983 und Dr. H.-J. Grasemann der über diesen Fall berichtet

19.11.2013

Erster Block: 09:45 Uhr: Film „Operative Personenkontrolle – Ikarus – mit dem Flieger in den Westen“, MDR-Reportage

10:15 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Michael Schlosser, Konstrukteur des Leichtflugzeuges, verhaftet wegen versuchter Republikflucht, von der BRD frei gekauft
Zweiter Block (Wiederholung des Ersten Blocks)
11:30 Uhr: Film „Operative Personenkontrolle – Ikarus – mit dem Flieger in den Westen“, MDR-Reportage
12:00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Michael Schlosser, Konstrukteur des Leichtflugzeuges, verhaftet wegen versuchter Republikflucht, von der BRD frei gekauft
Michael Schlossererzählt seine Geschichte bei einer Fortbildung in der Politische Bildungsstätte Helmstedt e.V., Michael Schlosser steht vor seinem Nachbau mit dem er 1983 fliehen wollte
Michael Schlossererzählt seine Geschichte bei einer Fortbildung in der Politische Bildungsstätte Helmstedt e.V., Michael Schlosser steht vor seinem Nachbau mit dem er 1983 fliehen wollte

NOVEMBER: Plakatausstellung in den BBS II Göttingen

Ankündigung der Plakatausstellung “Jugendopposition in der DDR” vom 04.11. – 30.11.2013 in der MEDIOTHEK von den BBS II Göttingen

Ankündigung der Plakatausstellung “Jugendopposition in der DDR”
vom 04.11. – 30.11.2013 in der MEDIOTHEK von den BBS II Göttingen