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Leuchtfeuer unter Berufsschulen

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Göttingen. Die BBS II Göttingen hat es geschafft. Seit März 2015 gehören auch die Berufsbildenden Schulen II zur “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”. Im März 2015 erreichte uns der Brief, dass wir es geschafft haben und nun den lang ersehnten Titel tragen und das Logo für unsere Projekte und beim Briefverkehr benutzen dürfen. Wir werden dazu noch in diesem Schuljahr einen offiziellen Termin bekannt gegeben, an dem unser Pate  Landrat Bernhard Reuter uns die Schilder überreichen wird. 

Es ist eine große Ehre für uns, nun auch zu den Schulen zu gehören, in der Projekte Schule machen!

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ („SOR-SMC“) ist ein Projekt von und für Schüler/innen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.

schule_ohne_rassismus-LOGO

Wir haben dazu bereits einen Blog ins Netz gestellt – der gegen alle Formen von Extremismus argumentiert und Demokratie stärken soll. 2011 wurden wir dafür schon mal ausgezeichnet. Es war uns daher ein großes Anliegen auch hier bei diesem Projekt zu punkten. 

Es erfüllt uns mit Stolz, mit unserem Engagement und Projekten nun auch zu diesen Schulen zu gehören, die “Gegen Rassismus, gegen Mobbing und Diskriminierung vorgehen und Courage zu Würdigen wissen.”

Es war ein langer Weg und er bedurfte zwei Anläufe. Seit 2012 versuchen wir in unserer Schule für “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” zu werben. Aber leider gelang es uns nie mehr als 40 % der zu leistenden Unterschriften vom Kollegium, Personal, Auszubildenden und Schüler zu bekommen.

Wir mussten einsehen, dass es in einer so großen Schule fast unmöglich ist, dies nur den Schülerinnen und Schülern zu überlassen. Daher haben diesmal wirklich alle mitgewirkt und die Schülerinnen und Schüler unterstützt, das wirklich hohe Ziel zu erreichen. Dafür an alle Mitwirkenden nochmal unser Dank. Wirklich eine tolle Leistung!

In diesem Jahr gelang uns der Durchbruch.

Gleich zu Beginn des Schuljahres 2014 wurde auf sämtlichen Sitzungen, durch Plakate und Informationsbriefe erneut auf das Projekt aufmerksam gemacht. Ein Ruck ging durch die Schule und Ende Februar 2015 war es endlich so weit. Mit 73% aller Schulmitglieder gelang es uns nun endlich der Durchbruch.

Ab jetzt darf sich die BBS II Göttingen auch “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” nennen. Dies ist ein erneutes Leuchtfeuer unter den Berufsschulen. Gerade in den Berufsbildenden Schulen, die ein Auffangbecken für unterschiedlichste Menschen und Gruppen ist, ist dies ein wirklich überragendes Ziel. Neben den unterschiedlichsten Schulformen, treffen hier auch unterschiedliche Kulturen, Berufe und Schülergruppen aufeinander. Daher bedeutet uns der Titel sehr viel. Er zeugt von Verständnis, Toleranz, kultureller Vielfalt und den richtigen Weg die Internationalisierung von Schule voranzutreiben.

Sibylle Meyer

Außenseiter in der Geschichte Bundespräsident Joachim Gauck ruft zur historischen Spurensuche zum Thema »Anders sein« auf

Göttingen – »Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« ist das Thema der 24. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Drei Klassen des beruflichen Gymnasiums der BBS II Göttingen nehmen an diesem Wettbewerb teil, der am 1. September 2014 gestartet ist und bis zum 28. Februar 2015 gehen wird. Ausrichter des Wettbewerbs ist die Körber-Stiftung.

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Anderssein bewegt die Gesellschaft

Was verstehen wir heutzutage unter „Anders sein“? Anderssein lässt sich nicht einfach beschreiben, denn jeder von uns hat eine andere Erklärung für Anders sein. Für manche ist Anders zu sein sogar „normal“.

Jeder von uns ist anders auf diesem Planeten. Es gibt zwar Ähnlichkeiten untereinander, aber wir alle sind geprägt durch eine einzigartige Mischung von Erfahrungen und Eigenschaften, die jeden wiederum einzigartig machen – also anders!

„Ich weiß, dass ich anders bin als andere, weil ich andere Gedanken habe und meine eigene Gefühlswelt besitze. Ich reagiere demnach auf ein und dieselbe Sache anders als andere in meinem Alter. Anders sein ist demnach nichts Schlechtes. Es macht mich individuell.“

Doch was ist nun „Anders sein“? Sind wir anders, wenn wir aus der Reihe tanzen, d.h. nicht über eine „grüne Ampel gehen“ oder nicht die gleiche Meinung vertreten? Wir vertreten jeden Tag andere Meinungen. Dies sehen wir schon beim Fußball. In einer Klasse/Stadt/Region können unterschiedliche Fußballfans vertreten sein und jeder glaubt, dass sein „Club“, der beste und erfolgreichste ist. Was ist daran schlecht? Dies macht doch „Vielfalt“, „Spannung“, „Interesse“ und „Kommunikation“ aus, oder?

Was macht uns nun „anders“? – Sind wir anders, wenn wir uns nichts sagen lassen, uns nicht anpassen – einfach machen, was wir wollen, was uns gefällt? Hm, dann heißt es von außen – wir sind nicht „normal“. Doch was bedeutet jetzt „normal“? und wer entscheidet darüber?

„Normal“ das klingt erst einmal langweilig, gewöhnlich, alltäglich, simpel. Normal ist demnach etwas, woran ich mich gewöhnt habe. Es stellt nichts mehr Neues, Ungewöhnliches dar. „Es ist eben normal!“.

Normal ist von der Gesellschaft gemacht, „normal“ wird vorgelebt und passiert tagtäglich. „Normal“ sind Normen und Regeln, die Vereinheitlichen, „normal“ ist „gleich“? – Nein, gleich ist nicht gleich normal. Es vereinfacht nur Situationen; Dinge, die das Leben vereinfachen. Eine Norm im Bau vereinfacht den Bau eines Hauses, da alle Teile einsetzbar sind, sie sind genormt also gleich. Nur Menschen sind nicht gleich. Menschen entstammen der gleichen Art aber dennoch ist jeder anders – auch wenn er zu mehr als 98,5% aus den gleichen Stoffen besteht und nur ca. 1,5 % sich unterscheiden. Aber die knappen 1,5  % machen ein Individuum, also mich, aus und das finde ich gut.

Anders sein ist also normal und normal ist gleich oder gleich gut? – oder ist normal ein Verhalten und das normale Verhalten ist ein gleiches, dass Individuen in einer Gesellschaft an den Tag legen und als „normal“ bezeichnen. Weiche ich also von dem „normalen Verhalten“ ab, bin ich anders, ein Aussätziger, werde ausgegrenzt, diskriminiert, ein Außenseiter in der Geschichte. Demnach ist alles, was anders ist, nicht „normal“ und gehört nicht dazu, weil wir es uns einfach nicht erklären können. Es ist „krank“!. Kranke sind demnach nicht „normal“ also anders und dieses „anders“ ist schlecht….

Ich drehe mich im Kreis – gibt es einen Ausweg?

Im Projekt „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ befassen wir uns mit diesen Themen, die am Rande der „Normalität“ stehen, aber „Normen“ sind von der Gesellschaft gemacht und können aufgeweicht und erweitert werden. Vielleicht schaffen wir das ja mit den Themen: Homophobie, Homosexualität, Apartheit, Behinderungen, Subkulturen und Selbstmörder.

Sei gespannt…  

2014 BGT 1B, BGT 3B